Die Stadt Rietberg liegt an der Ems in Ostwestfalen-Lippe im Kreis Gütersloh. Sie kann auf eine lange Geschichte zurückblicken, die sich bis ins frühe Mittelalter erstreckt. Während der mittelalterlichen Zeit prägte in erster Linie die Graftschaft Rietberg diese Gegend. Dadurch fungierte Rietberg im 13. Jahrhundert als Hauptstadt eines autonomen deutschen Territoriums. Sie hatte ihr eigenes Militär, ihre eigene Währung und Gesetzgebung. Diese Grafschaft bestand bis 1807, die bis dahin fast ausschließlich von Bauern besiedelt war. Obwohl die Graftschaft Rietberg nicht mehr existiert, trugen und tragen weiterhin die jeweils regierenden Fürsten von Liechtenstein diesen Adelstitel. Nach der preußischen Besetzung Rietbergs wurde das Amt Rietberg gebildet, das außer Rietberg noch sieben weitere Gemeinden umfasste. 1970 schlossen sich diese Gemeinden Rietberg schließlich komplett an, und gründeten die Stadt Rietberg. Diese wurde 3 Jahre später in den heutigen Kreis Gütersloh eingegliedert.

Das heutige Stadtbild zeichnet sich durch seine Heterogenität, und zahlreichen Fachwerk-Dielenhäuser aus. Dadurch vermittelt sie den Charakter einer kleinen Residenzstadt. Aber auch wegen ihrer mittelalterlichen Herkunft und der katholischen Kirche sieht Rietberg heute so aus, wie es aussieht. Deshalb sind besonders die vielen religiösen Bauwerke der Stadt sehenswert, unter anderem die katholische Pfarrkirche St. Johannes Baptist und die Franziskanerkirche St. Katharina. Der religiöse Charakter der Stadt äußert sich auch dann, wenn alljährlich die Pforten des Bibeldorfes öffnen. Hier wird dem Besucher der Umgang mit der Bibel gelehrt, und darüberhinaus vom Leben der gläubigen Christen nach den Prinzipien der Bibel berichtet. Das Bibeldorf lockt während der Zeit zwischen Mai und Oktober bis zu 10000 Menschen in die Stadt. Aber nicht nur Religion hat in Rietberg seinen festen Platz, sondern auch der Karneval. Rietberg gehört zu den Karnevalshochburgen Westfalens, und ist der größte ihrer näheren Umgebung. In den Karnevalstagen versammeln sich alljährlich an die 40000 schaulustige Karnevalisten, um sich die Karnevalsumzüge im Stadtinneren anzusehen. Eine weitere Sehenswürdigkeit der Stadt wird die Flora in all ihrer Pracht sein. Denn hier findet nämlich die Landesgartenschau 2008 unter dem Motto "Träume wachsen lassen" ab April ein weiteres Zuhause.